Als un-perfekt markierte Menschen

Nancy Mensah-Offei

/Barriere/ Substantiv, feminin (die) -Absperrung, die jemanden, etwas von etwas fernhält -Hindernisse, die den Weg oder den Zugriff versperren oder auch für Sicherheit sorgen
Nancy Mensah-Offei
Nancy Mensah-Offei ist Theater/Film Schauspielerin unter anderem war/ist sie am Schauspielhaus Zürich, Münchner Kammerspiele, Volkstheater Wien, Burgtheater Wien, Rabenhoftheater, Werk X unter anderem zu sehen, sowie in Serien wie Dave, Tatort. Filme wie Angelo (Markus Schleinzer), As far as i can walk (Stefan Arsenijevic-gewann den Crystal Globe Grand Prix, best Jury Award, Europe Cinema Label Awards, Best Actor, at Karlovy Vary), Meerjungfrauen weinen nicht (Franziska Pflaum) Nancy Mensah-Offei hat den STELLA Award sowie den Götz George Nachwuchspreis gewonnen. Sie hatte in der Kunstgalerie alinz eine Ausstellung und wurde von Xenia Hausner gemalt. Zur Zeit ist sie Ensemble Mitglied am Volkstheater Wien

Das und vieles mehr lässt sich finden, wenn du Barriere online eingibst. Die wortwörtliche Beschreibung der Umstände. Es gibt sehr viele unterschiedliche Barrieren. Warum wird jemandem der Zugriff versperrt. Wem wird der Zugriff versperrt, zu was wird wem der Zugriff erschwert, ab wann wird einem Menschen Zugriff oder Sicherheit erschwert, verwehrt, was sind die Voraussetzungen fürs Erschweren – warum wird erschwert mit welchem Ziel?

Ab wann wird ein Mensch als erschwerbar und durch den Staat regelbar gekennzeichnet?
Ableismus und die dadurch geschaffene Ausgrenzung, Verfolgung, Vernichtung, von Menschen, die dieses Label aufgedrückt bekommen haben, hat, wie so vieles auf dieser Welt, eine lange Tradition. Gehen als Beispiel für die gesunde Norm, Nichtgehen allerdings: Oh je, nicht die Norm, nicht gesund, muss sofort geheilt werden.

Menschen, die täglich vor Absperrungen stehen, wird suggeriert, dass etwas mit ihnen nicht stimme, deshalb der ewige Umweg, es muss bei ihnen alles sehr gut geprüft werden, die Welt ist in Ordnung – nur sie nicht, du kannst mit der von der Gesellschaft ausgedachten, erzwungenen Norm nicht mithalten, Körper und Geist können das nicht, dürfen eigentlich nicht, wird nun entschieden zum Wohle aller: Das ist strukturelle Gewalt.

Die Auseinandersetzung des Österreichischen Staates hat sich im Umgang mit Behinderung, Hindernis-Beseitigung, Gesetze verabschieden, Beginn der Aufarbeitung, nach dem zweiten Weltkrieg grundlegend verändert, im Zweiten Weltkrieg war diese Zeit vor allem durch Ausgrenzung, Vernichtung, Folterung, Verfolgung, kein Mensch mehr sein geprägt. Es bleibt viel noch offen an Aufarbeitungsarbeit, breiter öffentlicher Diskurs, Bildung, tatsächliche Inklusion.

Wer darf welche Ausbildung machen und wer qualifiziert sich für einen Job, welchen Job?
Die Ausgrenzung geht weiter, die strukturelle Gewalt geht weiter, sie wurde einfach verlagert.

Den von der Gesellschaft als Un-perfekt markierten Menschen, marginalisierten Menschen, werden durch sexism, ageism, ableism, racism, etc. strukturell immer und immer wieder Gewalt angetan, oder sie werden daran erinnert, dass sie schutzlos sind, es werden Barrieren in den Weg gelegt. Barrieren werden erbaut und gehalten.

Schutz gibt es keinen, Anklagen auch schwer.

Barriere
Ausgrenzung
(Accessebility helps everyone,
Rampen sind auch für Kinderwägen, Koffer, Räder etc. da. Die Elektrozahnbürste wird mittlerweile auch von so vielen Menschen benutzt)

Wie sieht ein barrierefreies Theater aus, was ist deine Utopie?

Eingrenzung

Das Theater ist eine öffentliche Institution und muss sich Fragen stellen: Wie kann diese Institution ein von der gesamten Gesellschaft für die ganze Gesellschaft kreativer Dialog werden oder sein, wie hoch sind die Ticketpreise, gibt es Sitzmöglichkeiten, Audiodeskription, wie nachhaltig ist die Produktion, welche Materialien werden verwendet und oder wiederverwendet, Übertitelung, Gebärdendolmetschen, Stücke in der Brailleschrift, kommen die Spielenden auch komplett barrierefrei auf die Bühnen in die Umkleiden, Kantinen, Werkstätten, können sie in ihrer Arbeitsstelle uneingeschränkt werken, gibt es Arbeitsmöglichkeiten hinter und vor der Bühne, wie kann ein Theater sichere Diskurs- und Lernräume schaffen?

Es bedarf Mitsprache, Kommunikation und Möglichkeit für alle, Barrieren -abbau.

Wie vieles ist es ein langer Weg. Es wird mehr daran gedacht, es wird daran gearbeitet, auf vielen Ebenen.
Welche Themen werden in den Stücken behandelt, welche Körper dürfen welche Geschichten erzählen, wieso werden Körper, in (ent-)wertende Kategorien gedrängt, gezwungen?

Es bleibt vieles weiter zu erforschen und offenzulegen, es gibt mittlerweile einige mehr Institutionen, Gesellschaften, die an einer gelebten gleichwertigen Welt arbeiten. Eine grenzenlose Welt ist möglich, eine grenzenlose Gesellschaft auch. Die Würde des Menschen ist unantastbar!!!

Portrait Fotografie © Christoph Liebentritt

We are working on it!

We are working on the English version of the Website. Coming soon!