Die Aufsicht

#nichtEureFirma

Kontrolle als Verantwortung – nicht als Formalie

Welche Rolle und Verantwortung hat die Aufsicht im zeitgemäßen Theater?

Zusammensetzung der Aufsichtsgremien in Österreichischen Theatern

In Österreich sind Theater-Aufsichtsgremien aufgrund der zugrundeliegenden unterschiedlichen Rechtsformen verschieden zusammengesetzt. Diese Heterogenität erschwert eine einheitliche Kontrollpraxis und fordert von Aufsichtsgremien ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit, Expertise und systemischem Blick.

Kontrolle als Verantwortung – nicht als Formalie

Ein zeitgemäßes Theater braucht nicht nur starke künstlerische Impulse, sondern auch eine Aufsicht, welche Verantwortung nicht nur verwaltet, sondern gestaltet. Ihre Aufgabe erschöpft sich nicht in Budgetprüfung oder Spielplanzustimmung. Sie liegt in der Haltung: wachsam, klärend, begleitend.
Zeitgemäße Aufsicht bedeutet, Machtverhältnisse zu erkennen, Vertrauen zu ermöglichen und Grenzen zu markieren. Entsprechend liegt es in der Verantwortung der Aufsicht, Interessenskonflikte der Leitungspersonen stets zu reduzieren.

Aufsicht als Hebel für Kulturwandel

Gute Aufsicht fragt nicht nur nach Wirtschaftlichkeit oder Auslastung, sondern auch nach Klima, Führungsverantwortung und Schutz. Sie fördert Dialog statt Distanz, sorgt für Klarheit in Krisen und macht Hinweise auf Missstände nicht klein, sondern zum Prüfstein institutioneller Reife. Sie stärkt Strukturen, die für Integrität stehen.

Aufsicht wahrt die Autonomie der Leitung und trägt zugleich Verantwortung für die institutionellen Bedingungen. Sie entwickelt Kriterien für Fairness, Fürsorge und Integrität und misst daran.

Sie ersetzt keine operative Aufarbeitung, kein Krisenteam und keine Geschäftsführung. Aber sie kann – und muss – Strukturen hinterfragen, Entscheidungen einordnen und Missstände sichtbar machen.

Wirksame Aufsicht weiß um die Dynamiken in Kulturbetrieben: um Loyalitäten, Abhängigkeiten, Verdrängungstendenzen. Sie achtet auf Vielfalt im Gremium, auf Qualifikation und externe Perspektiven.

Denn wer Kontrolle übernimmt, ohne Macht-Bewusstsein zu haben, verfehlt den Auftrag. Gerade in Theatern braucht Aufsicht ein reflektiertes Verhältnis zur Leitung – und eine Distanz, die Kontrolle erst möglich macht.

Gute Aufsicht klärt – auch, wenn es unbequem ist. Sie sorgt für Übersicht, wenn andere abtauchen. Und sie wird handlungsfähig, wo Verantwortung verwässert wird.

Wenn Aufsicht als Teil gemeinsamer Verantwortung für Schutz, Fairness und Entwicklung verstanden wird, wird sie nicht zum Störfaktor, sondern zur tragenden Säule eines Hauses, das Zukunft will.

Was sind die Grenzen der Rolle?

Keine operative Instanz, sondern Kontrollorgan

Die Aufgabe von Aufsicht ist es, Distanz zu wahren und das große Ganze im Blick zu behalten. Sie steuert nicht das Tagesgeschäft, moderiert keine Konflikte und führt keine Aufarbeitung durch. Sie ist weder Geschäftsführung noch Taskforce noch Ombudsstelle – ihre Stärke liegt in der übergeordneten Systemverantwortung.

Aufsicht formuliert Erwartungen, prüft deren Einhaltung und schafft den Rahmen für verlässliche Strukturen. Prozesse wie Schutzkonzepte, Feedbacksysteme oder Compliance gehören in die Organisation selbst – nicht ins Aufsichtsgremium.

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