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Rechenschaft als strukturelles Prinzip

Rechenschaft ist ein zentrales Element verantwortungsvoller Führung, gerade in öffentlich geförderten Institutionen. Sie bedeutet nicht Misstrauen, sondern den transparenten Umgang mit Macht, Ressourcen und Verantwortung. Rechenschaft stärkt Vertrauen, beugt Machtmissbrauch vor und schafft die Grundlage für lernende Organisationen. Etablierte, klar messbare Prozesse ermöglichen regelmäßige Rückmeldung und stoßen Veränderung an.
Ein wirksames Rechenschaftssystem besteht aus verbindlichen, regelmäßigen Rückkopplungsschleifen – etwa durch:
  • Jährliche Mitarbeiter:innenbefragungen zu Arbeitsbedingungen, Führungsqualität, Klima und Diskriminierungserfahrungen (Anmerkung: Regelmäßige Erhebungen zur physischen und psychischen Belastung am Arbeitsplatz (ASchG) sind seit 2013 verpflichtend!) Die Ergebnisse werden anonym ausgewertet und daraus abzuleitende Maßnahmen fließen z.B. in Fördergespräche und Zielvereinbarungen ein.
  • Zielvereinbarungen zwischen Leitung und Träger: Hier werden verbindliche Ziele vereinbart, z. B. zu Auslastungszahlen und Wirtschaftlichkeit, Diversität, Gesundheitsschutz, Weiterbildung und Partizipation der Beschäftigten. Diese Vereinbarungen sind öffentlich einsehbar und werden jährlich überprüft.
  • Transparente Berichterstattung: Ein jährlicher Bericht dokumentiert nicht nur finanzielle Kennzahlen, sondern auch Maßnahmen zur Förderung einer sicheren und fairen Arbeitskultur – z. B. Initiativen gegen Machtmissbrauch, Fortbildungen zu Awareness-Themen oder Verbesserungen der Arbeitsorganisation.
  • Externe Evaluationen und Audits: Unabhängige Expert:innen prüfen regelmäßig Führungsstrukturen, Beschwerdewege und Organisationskultur – nicht nur nach Vorfällen, sondern präventiv, um nicht erfasste Lücken zu identifizieren.
  • Verankerung der Rechenschaftspflicht in Dienstverträgen: Theaterleitungen verpflichten sich, regelmäßig über ihre Führungsarbeit und die Umsetzung von Zielen zu berichten – mit Konsequenzen bei Nicht-Erfüllung.

Rechenschaft braucht dabei geeignete Formate, eine verantwortungsvolle Auswertung und die Bereitschaft zur Ableitung konkreter Veränderungen. Sie ist kein Instrument der Kontrolle „von oben“, sondern Ausdruck demokratischer Legitimation – besonders in Institutionen, die mit öffentlichem Geld geführt werden und kulturelle Teilhabe sichern sollen. Die Rechtsform des Theaters bildet dabei keine unüberwindliche Blackbox. Fördermittel sind kein Geschenk und keine Verschwendung für eine elitäre Minderheit, sondern die Aufforderung zu rundum verantwortungsvollem Betreiben eines Theaters.

 

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